Praktikumsbericht von Antonia Schweim

Foto: Michelle Müntefering.

„Ich studiere Geschichte und Politikwissenschaft“ – „Ach, spannend! Und was machst du dann damit?“ Diese Frage habe ich schon oft gehört und stelle sie mir selbst manchmal. Denn obwohl ich weiß, wo meine Interessen liegen (nämlich bei Themen der Internationalen Beziehungen, der Kultur- und Gleichstellungspolitik und bei der Erinnerungskultur und Aufarbeitung der Kolonialgeschichte und kolonialen Kontinuitäten), so ist das Feld möglicher Berufe für mich als Studentin der Geistes- und Sozialwissenschaften sehr weit.

Eine gute Möglichkeit, Berufsfelder besser kennenzulernen sind bekanntlich Praktika. Da sich meine Interessen und einige von Michelle Münteferings politischen Schwerpunkten überschneiden, habe ich mich bei ihrem Bundestagsbüro um ein Praktikum beworben. In der Zeit vom 15. Februar bis 31. März 2021 hatte ich die Möglichkeit, den Berliner parlamentarischen Politikbetrieb mal nicht nur als Beobachterin von außen zu erleben, sondern Teil davon zu sein. Dabei konnte ich auch meine bisherigen wissenschaftlichen, ehrenamtlichen Erfahrungen in meinen Interessensgebieten durch Einblicke in das „politische Tagesgeschäft“ ergänzen.

Zu meinen Tätigkeiten während des Praktikums gehörten unter anderem die Vorbereitung von Terminen und Veranstaltungen, die Unterstützung bei der Bearbeitung von Bürger*innenanfragen oder inhaltliche Recherchen, zum Beispiel zu den Themen Gleichstellung, Kolonialismus und Migration. Außerdem konnte ich die Öffentlichkeitsarbeit des Teams unterstützen: zum Beispiel habe ich am Newsletter, den Michelle Müntefering regelmäßig versendet, mitgearbeitet oder Beiträge für ihre Social-Media-Kanäle entworfen. Besonders spannend war die Teilnahme an Arbeitssitzungen der parlamentarischen Fraktionsarbeit. So durfte ich (digital) die ‚AG Kultur und Medien‘ und ‚AG Außenpolitik‘ der SPD-Bundestagsfraktion besuchen und Protokolle für das Team und die Abgeordnete anfertigen. Trotz der aktuellen pandemischen Lage hatte ich so die Möglichkeit, faszinierende Einblicke in die Arbeit des Bundestagsbüros, aber auch des Wahlkreisbüros sowie Michelle Münteferings Arbeit zu gewinnen und dabei aktiv mitzuwirken.

Das A und O beim Videodreh: gute Beleuchtung.
Foto: Michelle Müntefering.

So fand ich es zum Beispiel sehr interessant, hautnah erleben zu können, wie wichtig gute politische Kommunikation ist, denn Transparenz stellt einen essenziellen Aspekt unserer Demokratie dar. Die Rückkopplung mit dem Wahlkreis spielt dabei eine große Rolle – zum einen geht es darum, die Entscheidungen des Bundestages gut an die Menschen, die die Abgeordnete vertritt, zu kommunizieren und zu vermitteln. Zum anderen ist es wichtig, die Wünsche der Bürger*innen zurück an das politische System zu tragen und diese zu vertreten.

Außerdem hat mir mein Praktikum gezeigt, wie vielfältig die Arbeit als Abgeordnete*r bzw. Mitarbeiter*in eines Abgeordnetenbüros ist. Man hat jeden Tag die Möglichkeit und die Aufgabe, sich mit vielen verschiedenen Themen auseinander zu setzen und es dabei zu schaffen, diesen die angemessene Aufmerksamkeit zu schenken.

Insgesamt habe ich mit Michelle Müntefering und ihren Mitarbeitenden in Berlin sechs wirklich bereichernde Wochen verbracht. Nun geht es für mich erstmal wieder nach Münster, um mein Bachelorstudium abzuschließen. Außerdem plane ich meine nächsten Praktika in den Bereichen der internationalen (Kultur-)Politik und der außeruniversitären Forschung. So komme Schritt für Schritt der Antwort auf die Frage „und was macht man damit?“ näher.